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Halloween in Spanien: Wie wird es gefeiert, und was ist Día de Todos los Santos?

Halloween in Spanien: Wie wird es gefeiert, und was ist Día de Todos los Santos?

Wer Ende Oktober an der Costa del Sol unterwegs ist, sieht zunehmend Kürbisse in Schaufenstern, verkleidete Kinder in Einkaufszentren und Halloween-Partys in Bars von Marbella bis Fuengirola. Gleichzeitig bereiten sich viele spanische Familien auf etwas ganz anderes vor: den Besuch auf dem Friedhof am 1. November, mit Chrysanthemen im Arm. Beide Anlässe liegen nur einen Tag auseinander, haben aber wenig miteinander zu tun – und wer neu in Spanien ist, verwechselt sie leicht.

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Zwei verschiedene Feiertage, ein Wochenende

Halloween, am Abend des 31. Oktober, ist in Spanien ein relativ junger Import, der sich seit den 1990er- und 2000er-Jahren vor allem über amerikanische Filme, Themenparks wie PortAventura und internationale Schulen verbreitet hat. Es ist kein offizieller Feiertag, Geschäfte und Ämter bleiben normal geöffnet, und viele ältere Spanier nehmen davon kaum Notiz.

Der 1. November dagegen, Día de Todos los Santos (Allerheiligen), ist ein landesweiter gesetzlicher Feiertag (festivo nacional) mit jahrhundertealter Tradition. An diesem Tag besuchen Familien die Gräber verstorbener Angehöriger, reinigen die Grabsteine und legen frische Chrysanthemen nieder – die Blume ist in Spanien so eng mit dem Totengedenken verbunden, dass man sie praktisch nie als normales Geschenk verschenkt. In vielen Regionen gehört dazu auch der Verzehr typischer Süßigkeiten wie huesos de santo (marzipangefüllte Röllchen) oder buñuelos de viento (kleine frittierte Teigbällchen).

Da der 1. November ein gesetzlicher Feiertag ist, schließen an diesem Tag Banken, Ämter, die meisten Geschäfte und viele kleinere Restaurants – ähnlich wie an einem Sonntag. Supermarktketten und Einkaufszentren haben in touristischen Gegenden der Costa del Sol oft trotzdem (teils verkürzt) geöffnet, aber wer am 1. November einen Behördengang plant, sollte das lieber auf einen anderen Tag verschieben.

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Wie Halloween heute tatsächlich gefeiert wird

In den vergangenen Jahren hat sich Halloween vor allem in den touristisch geprägten und internationalen Gemeinden an der Costa del Sol fest etabliert. In Marbella, Puerto Banús, Fuengirola und Benalmádena veranstalten Bars, Beach Clubs und Restaurants regelmäßig Kostümpartys, oft mit Live-Musik oder DJs, die bereits Tage vor dem eigentlichen Datum beginnen können.

Für Familien mit Kindern sind Einkaufszentren wie Miramar in Fuengirola oder La Cañada in Marbella mittlerweile verlässliche Anlaufstellen für kleine Halloween-Aktionen, Deko-Wettbewerbe und manchmal organisiertes Süßes-oder-Saures innerhalb des Centers. Internationale und zweisprachige Schulen an der Küste veranstalten häufig eigene Halloween-Tage mit Kostümen, Bastelaktionen und kleinen Partys – das ist für viele internationale Familien oft der verlässlichste Anlaufpunkt.

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Gibt es Süßes-oder-Saures in Spanien?

Klassisches Tür-zu-Tür-Süßes-oder-Saures ist in Spanien insgesamt noch deutlich seltener als etwa in den USA, Großbritannien oder Irland, nimmt aber in bestimmten Wohngegenden spürbar zu – besonders in Urbanisationen mit vielen internationalen oder britischen Bewohnern, etwa in Teilen von Calahonda, Riviera del Sol oder Elviria. Dort ist es mittlerweile keine Seltenheit, verkleidete Kinder an Haustüren klingeln zu sehen, vor allem dort, wo sich mehrere Nachbarn im Vorfeld über WhatsApp-Gruppen der Urbanisation absprechen, wer mitmacht und seine Tür entsprechend dekoriert.

In traditionelleren spanischen Nachbarschaften und Dorfkernen im Hinterland, etwa in Mijas Pueblo, Ojén oder Alhaurín el Grande, ist die Praxis dagegen deutlich weniger verbreitet, auch wenn Kostümpartys in Bars und bei Vereinen zunehmend auch dort Einzug halten.

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Praktische Hinweise für internationale Anwohner an der Costa del Sol

Wer selbst Süßes-oder-Saures in der eigenen Straße ermöglichen möchte, informiert sich am besten vorab in der WhatsApp-Gruppe der Eigentümergemeinschaft oder Urbanisation, da sich die Beteiligung von Jahr zu Jahr und von Straße zu Straße stark unterscheidet. Eine beleuchtete oder dekorierte Tür signalisiert in vielen gemischten Urbanisationen mittlerweile unausgesprochen, dass dort mitgemacht wird.

Da der 1. November ein gesetzlicher Feiertag ist, lohnt es sich, Lebensmitteleinkäufe und dringende Besorgungen auf den 31. Oktober oder den 2. November zu legen – größere Supermärkte haben zwar oft reduzierte Öffnungszeiten, viele kleinere Geschäfte und praktisch alle Ämter bleiben jedoch komplett geschlossen. Wer in der Nähe eines Friedhofs wohnt, etwa in Mijas, Fuengirola oder Estepona, sollte am Vormittag des 1. November zudem mit deutlich mehr Verkehr und vollen Parkplätzen rund um den Friedhof rechnen, da der Besuch der Gräber für viele spanische Familien der wichtigste Programmpunkt des Tages ist.

Wer Halloween an der Costa del Sol feiern möchte, findet inzwischen ein wachsendes Angebot an Partys, Familienaktionen und – in den internationaleren Wohngegenden – auch Süßes-oder-Saures von Tür zu Tür. Wer die eigentliche spanische Tradition dahinter erleben möchte, nimmt sich dagegen am 1. November einen ruhigen Moment für den Día de Todos los Santos, mit Chrysanthemen, einem Friedhofsbesuch und den typischen Süßigkeiten der Saison.

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